Da ich die Installation von WordPress ja nun am eigenen Fuss hinter mir habe, möchte ich mal ein kleines Tutorial für die Einrichtung auf einem eigenen Server schreiben. Das Tutorial richtet sich an Anfänger, weshalb ich auch gerne auf Details eingehe ![]()
1. Datenbank vorbereiten
WordPress benötigt für den Betrieb PHP > 4.3 und MySQL > 4.0. Dazu benötigt ihr eine Datenbank sowie einen Nutzerzugang zu dieser. Die Einrichtung ist am einfachsten mit dem Tool phpMyAdmin. Hier klickt ihr auf Rechte.
Im nächsten Fenster klickt ihr auf Neuen Benutzer hinzufügen.
Schließlich müsst ihr einen Tabellenamen, ein Benutzername und ein sicheres Passwort (2x eingeben) auswählen. Im mittleren Teil noch auswählen dass eine Tabelle für den Nutzer erstellt werden soll. Das ganze mit OK bestätigen und schon ist die Datenbank für WordPress vorbereitet.
(ein Klick auf das Bild zeigt es in größerer Ansicht)
2. Domainweiterleitung einrichten
Damit du deinen Blog unter einer Domain aufrufen kannst, musst du die Domain auf deinen Server verweisen. Dann kannst du den Apache-Server mitteilen, in welches Verzeichnis er die Anfrage weiterleiten soll. Wir werden hier und im weiteren Tutorial die Beispieldomain schubladenschaf.de nutzen. Gebe nun folgendes ein:
/var/www> nano /etc/apache2/sites-available/schubladenschaf.de
nano startet den gleichnamigen Editor nano. Er ist zumindestens für Windowsfreunde einfacher zu benutzen als vi oder vim. Die folgenden Änderungen kann man mit einem rechten Mausklick einfügen. Ist die Datei fertig bearbeitet, kann sie mit STRG+X und Klick auf Y(es) gespeichert werden.
Gib nun folgendes ein:
<VirtualHost *:80> ServerName schubladenschaf.de ServerAlias www.schubladenschaf.de DocumentRoot /var/www/schubladenschaf.de ErrorLog /var/log/apache2/schubladenschaf.de.log LogLevel warn </VirtualHost>
Damit wird der Apache angewiesen, Anfragen an die Domains schubladenschaf.de und www.schubladenschaf.de an das angegebene Verzeichnis weiterzuleiten. Dazu wird ein Errorlog im angegebenen Verzeichnis geführt, bei dem nur Warnmeldungen ausgegeben werden. Speichere die Datei.
Dann gib folgende Befehle ein. Dabei wird der Eintrag im Apache aktualisiert und der Apache neugestartet, damit die Änderung aktiv ist.
/> a2ensite schubladenschaf.de /> /etc/init.d/apache2 reload
Wenn du Schubladenschaf.de aufrufst, müsste nun der Inhalt von /var/www/schubladenschaf.de erscheinen. Wenn dort noch nix ist, werden wir das jetzt ändern.
3. WordPress installieren
Im nächsten Schritt müsst ihr WordPress herunterladen, im richtigen Verzeichnis entpacken und die Rechte entsprechend verteilen. Zunächst wechseln wir ins Webverzeichnis (z.B. /var/www).
> cd /var/www
Dann wird die aktuelle WordPressdatei von http://de.wordpress.org/ geladen werden. Die Datei wird entpackt und das Verzeichnis entsprechend eigener Vorlieben (also bitte nicht mit schubladenschaf.de) umbenannt.
/var/www> wget http://de.wordpress.org/wordpress-2.8.5-de_DE.tar.gz /var/www> tar -xvzf wordpress-2.8.5-de_DE.tar.gz /var/www> mv wordpress schubladenschaf.de
Nun muss das Verzeichnis mit den richtigen Rechten versehen werden. Zunächst sollte das gesamte WordPress-Verzeichnis dem Apache-Nutzer (meist www-data) zugewiesen werden. Damit Plugins und Themes einfach installiert werden können, sollte deren Verzeichnis die notwendigen Rechte erhalten.
/var/www> chown -hR www-data schubladenschaf.de /var/www> chgrp -hR www-data schubladenschaf.de /var/www> chmod -R 755 schubladenschaf.de/wp-content/plugins /var/www> chmod -R 755 schubladenschaf.de/wp-content/themes
Nun muss noch die wp-config-sample.php umbenannt und editiert werden.
/var/www> mv /schubladenschaf.de/wp-config-sample.php /schubladenschaf.de/wp-config.php /var/www> nano /schubladenschaf.de/wp-config.php
In der Datei müssen mit nano folgende Dinge geändert werden:
define('DB_NAME', 'wordpress'); // Name der Datenbank (siehe Schritt 1)
define('DB_USER', 'wordpress'); // Dazenbanknutzer (siehe Schritt 1)
define('DB_PASSWORD', 'passwort'); // Gewähltes Passwort (siehe Schritt 1)
Dann gehe auf die Seite https://api.wordpress.org/secret-key/1.1/ und ersetze die unten aufgeführten Zeilen mit den erstellten Schlüsseln.
define('AUTH_KEY', '');
define('SECURE_AUTH_KEY', '');
define('LOGGED_IN_KEY', '');
define('NONCE_KEY', '');
Falls man mehrere WordPressblogs führen möchte, sollte man im Folgenden ein Prefix angeben. Überschreibe aus Sicherheitsgründen das vorgegebene Präfix.
$table_prefix = 'bsp_'; // Nur Zahlen, Buchstaben und Unterstriche bitte!
Damit WordPress auf Deutsch startet, sollte folgender Eintrag vorgegeben werden:
define ('WPLANG', 'de_DE');
4. WordPress einrichten
Die Vorarbeit ist beendet und du kannst deinen Blog nun aufrufen. Im Beispiel ist dies z.B. http://www.schubladenschaf.de/wp-admin. Dann erscheint die berüchtigte 5-Minuten-Installation von WordPress. Man muss hier nur einen Titel für den Blog aussuchen (kann später geändert werden) und eine E-Mail-Adresse eingeben.
Danach erscheint eine Seite mit dem Benutzernamen (admin) und dem Passwort, das ab sofort zum Einloggen genutzt wird.
Damit ist dein Blog nun fertig eingerichtet. Herzlichen Glückwunsch! Bei Fragen kannst du übrigens einen Blick auf die deutsche WordPress-Dokumentation werfen.
Kommentiert ruhig Anmerkungen zum Tutorial. Melde dich auch, wenn ich was falsch beschrieben habe.





2 Comments
Gute Erklärung für einen Anfänger, der noch wenig kennt
Hey,
Tolles Tutorial,
Nur hat bei mir das mit dem User bei PHPmyAdmin nit gefunst.
Erst als ich den Root zugang genommen habe, gings …
Vielleicht korrigierst du das und passt es der neuen Version an
mit freundlichen Grüßen
Mathias