Die Funktion von Listen bei Twitter wurde ja schon hier oder hier erklärt. In diesem Artikel sollen die Möglichkeiten für Nutzer vorgestellt und schließlich analysiert werden, welche Folgen dies für Twitter hat.
Für was kann die neue Listen-Funktion genutzt werden?
- Eine Person kann Übersichten zu empfehlenswerten Accounts zu einem bestimmten Thema erstellen. Eine Firma kann zum Beispiel eine Liste ihrer Mitarbeiter anlegen. Darüber hinaus können Listen zu Experten bestimmter Branchen und Themen (SEO, Social Media, web2.0 usw.) oder Personengruppen (Stars und Sternchen, Politiker usw.) zusammengestellt werden. Diese Listen sind meist öffentlich.
- Ein Nutzer kann zudem ganz privat und damit nur für sich selbst die Zahl der Tweets auf der Timeline einschränken bzw. den Überblick behalten, indem er seine Verfolgten in Listen einteilt. Dies kann wiederum nach Themen oder aber nach bestimmten Wichtigkeiten (diese Twitterer muss ich ständig lesen und bei diesen Twitteren schaue ich ab und an mal auf die Liste) sein. Aus diesem Grund erstellte Listen sind eher nicht öffentlich.
Was bedeuten öffentliche Listen nun für Twitter?
Es bedarf wenig hellseherischen Fähigkeiten, dass zu verschiedenen Bereichen zunächst eine Menge von unterschiedlichen Listen entstehen. Dabei werden aber wohl die Listen oft verfolgt werden, deren Autoren eh schon viele Verfolger haben. Ich stimme daher mit Struwwwelpeter überein, der eine Beschleunigug der Twitter-Knotenbildug prognostiziert. Hilfreich werden außerdem Dienstleister sein, welche bei der Auswahl helfen und bestimmte Listen empfehlen. Mit listorious.com gibt es bereits einen ersten Anbieter in diesem Bereich. Sinnvoll ist darüber hinaus die Realisierung von Metalisten-Diensten, welche Listen zu bestimmten Stichwörtern aggregieren. Oder Seiten, bei denen Twitternutzer gemeinsam an der Erstellung von Listen arbeiten.
Und was bedeuten private Listen für Twitter?
Oben wurde erläutert, dass Listen auch dazu genutzt werden können, um die Verfolgten in bestimmte Bereiche oder Wichtigkeiten einzuordnen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:
- Ein Nutzer räumt seine Timeline auf, indem er nur noch besonders interessanten Personen verfolgt und die restlichen Twitteraner in eine 2.-Klasse-Liste einteilt, bei der er nur ab und zu nachschaut. In einem solchen Fall kann die Zahl der Verfolgungen und Listenaufkommen als Qualitätsmerkmal genutzt werden.
- Ein Nutzer möchte seine Verfolgten nicht entfolgen, da er im Gegenzug erwartet, dass er dann ebenfalls nicht mehr verfolgt wird. So wird er nur eine Liste von wichtigen Personen erstellen, die er aufmerksam verfolgt. Daraus folgt, dass das Konzept von Twitter in Frage gestellt wird. Die Zahl der Verfolger hat als Qualitätsmerkmal nichts zu sagen, da sich wirklich interessante Personen auf einer privaten Liste befinden.
Es bleibt spannend, wie die neue Listen-Funktion von den Nutzern angenommen werden und wie sie die Twitterwelt beeinflussen.
