Worüber reden wir beim überüberüberübernächsten Barcamp Kirche 2.0?
Als Web2.0-Enthusiast habe ich am Barcamp Kirche 2.0 teilgenommen. In einer Session haben wir uns heute der Frage gestellt, welche Trends es im Internet gibt und wie diese zukünftig genutzt werden können. Gerne möchte ich meine ursprünglichen (provokativen oder naiven) Gedanken bzw. die Ergebnisse unserer Diskussion kurz und relativ ungeordnet in Stichworte-Form festhalten:
Location Sharing
Menschen teilen mit, an welchen Orten sie sind und es findet eine Kommunikation im Zusammenhang mit Orten statt: Wer besucht welche Gottesdienste und welche spirituellen Orte? Wer ist schon wohin gepilgert? Wer fährt wann nach Taizé? Welcher deiner Freunde geht oder fährt auch zu einem Event? Damit erfolgt eine Vernetzung und die Möglichkeit, die Online- und Offline-Welt zu verbinden. Bisher Unbeteiligte werden beteiligt und über sein Netzwerk lernt man neue Menschen und Orte kennen.
Social Gaming
Belohnung von bestimmten Aktivitäten und die Förderung von spielerischen Elementen: Anstatt Unterschriften im Konfer-Unterricht gibt es virtuelle Stempel bei besuchten Gottesdiensten oder Badges bei bestimmten Gottesdienstetypen: Du hast ein Pfingsten-Gottesdienst besucht, du hast bereits an einem Taizé-Gottesdienst teilgenommen, usw.
Außerdem können auch andere Aktivitäten belohnt werden: Du hast dich mit anderen Menschen bereits über die Themen X und Y ausgetauscht, Du hast an einem sozialen Projekt teilgenommen oder dich sozial engagiert, du hast bereits im Altersheim oder mit jungen Menschen gearbeitet, du bist dort und dorthin gepilgert.
Realtime Web / Always on
Wir sind immer und zu jederzeit vernetzt. Anstatt zu bestimmten Zeiten zu bestimmten Orten zu gehen, sind wir immer und ständig online – welche Möglichkeiten gibt es, dies für die Kirche zu nutzen? Es muss auf Nutzer eingegangen werden und in Anbetracht der Informationsüberflutung muss man kleine Informationshäppchen anbieten und diese geordnet an den Nutzer bringen. Dazu gehören z. B. persönliche Empfehlungen durch den Dschungel von verschiedenen Angeboten und Events.
Außerdem muss die Kirche am Nutzer orientieren und nicht umgekehrt. Das heißt, die Kirche muss sich in den Alltag der Nutzer integrieren. Ideen hier sind hier z.B. die Schaffung von Verbundenheit über gemeinsame Gebete (Share-your-prayer oder Prayroulette) oder Online-Andachten.
Social Collaboration
Das Netz bietet die Möglichkeit, gemeinsam Inhalte zu erstellen (Bsp. Wikipedia). Inwieweit können Nutzer in Gottesdienste integriert werden? Ist es möglich, gemeinsam Gottesdienstinhalte zu gestalten? Online-Dienste bietet auch Menschen die Möglichkeit, sich zu integrieren, wenn sie sich sonst öffentlich nicht beteiligen würden. Zudem gibt es bereits Twitter-Gottedienste, bei der Verbundenheit hergestellt wird, indem jeder Fürbitten schreibt oder man gemeinsam das Vater unser betet.
Lokalisierung
Wie kann das Netz genutzt werden, um die Gemeinde zu vernetzen und Onliner und Offliner zusammenzuführen? Wie kann das Internet Menschen erleichtert, in einer Gemeinde bzw. ehrenamtlich aktiv zu sein? Menschen wollen aktiv sein – man muss sie nur anstupsen. Das Ziel muss daher sein, die Hemmschwelle zu senken und den Menschen, die aktiv sein wollen, eine einfache Möglichkeit zu bieten, aktiv zu sein. Es gibt auch viele Konfirmanden, die nach ihrer Konferzeit einfach fallen gelassen werden und für die es keine einfache Möglichkeit gibt, sich in der Gemeinschaft zu engagieren.
Eine Idee sind z.B. Patenschaften, bei denen Onliner E-mails für Offliner ausdrucken oder sonst in irgendeiner Form ehrenamtliche Arbeit leisten. Dies könnte ausgebaut werden, indem Soziale Patenschaften für Menschen übernommen werden können, bei denen sich Menschen wirklich einfach und schon fast per Mausklick anmelden können. Eventuell gibt es auch Möglichkeiten, Gesprächsgruppen, soziale Events oder Seelsorge-Dienstleistungen als Projekte anzubieten und Menschen mit Menschen zu verknüpfen.
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