Der Erfolg von Apps bei iPhone, Google Android, Windows Mobile und Blackberry ist offensichtlich. Studien sehen zudem ein weiteres, starkes Wachstum voraus. In diesem Artikel soll der Erfolg der Apps analysiert und die Möglichkeit eines Windows Stores erörtert werden.
Erfolg der App-Stores
Das von Apple gestartete Konzept eines App Stores ist äußerst erfolgreich. Beim Original stieg die Zahl der angebotenen Apps innerhalb eines Jahres von etwa 10.000 im Dezember 2008 auf 100.000 Apps im November 2009. Diese wurden insgesamt mehr als 3 Mrd. mal heruntergeladen. Erfolgreich verlaufen auch die jüngeren Stores der Wettbewerber. So befinden sich im Android Market von Google etwa 25.000 Anwendungen. Und im noch jungen Nokia Ovi Store liegt die Zahl der täglichen Downloads nun auch bei ca. 1 Mio. pro Tag.
Laut ZDNet (und Gartner) steigt der Markt für Handy-Apps in 2010 auf 6,2 Mrd. US-Dollar und damit um 60% gegenüber dem Vorjahr. Für 2013 werden insgesamt 21,6 Mrd. Downloads und Einnahmen von 29,5 Mrd. US-Dollar vorausgesagt.
Windows App-Store
Nun die eigentliche Frage dieses Artikels. Microsoft hat im Herbst 2009 einen Marktplatz für Windows Phone-Anwendungen gestartet. Aber was wäre, hätte Microsoft vor vielen Jahren bereits einen Store für normale Windows-Programme eröffnet? Warum gab und gibt es nix vergleichbares für Freeware und Shareware in der Windows-Welt? Was wäre besser als jetzt und was hat der Hersteller verpasst?
1. Suchkosten
Alles auf einer Plattform. Man müsste nicht auf vielen verschiedenen Homepages, Downloadanbietern, Freeware-Seiten oder direkt beim Hersteller nach geeigneten Programmen suchen. Man würde in einem Store schön übersichtlich surfen können. Diese Lücke wurde zum Teil von Portalen wie winload.de oder freeware.de gefüllt.
2. Übersichtlichkeit
Man würde in Rubriken und Ranglisten nach geeigneten Programmen suchen können. Im Sinne von “The Long Tail” von Chris Anderson bietet das Netz die Möglichkeit, Nischenprodukte zu vertreiben. Gefordert sind allerdings Plattformen, welche als Filter agieren und dem Nutzer Orientierung bieten.
3. Einfachheit
Eine Oberfläche für alles. Der Anbieter eines Stores kann sich mehr als kleinere Entwickler darum bemühen, eine intuitive, einfach nutzbare Oberfläche zu entwickeln, bei der man sich schnell zurechtfindet.
4. Kleine Preise
Stöbert man durch den App Store, fallen einem die mitunter niedrigen Preise auf. Und eine App für 99ct ist nun mal schneller gekauft als ein Programm für 10 Euro. Der niedrige Preis wird halt wieder über die Masse von Verkäufen rein geholt. Im Gegensatz zu den mitunter teuren Shareware-Preisen fällt es den App-Entwicklern demnach leichter, den Preis niedrig zu halten. Und ich weiß nicht, ob ein Winamp für 99ct, oder ein Winzip für 1,99 Euro nicht wirklich mehr Einnahmen hätten erzielen können.
5. Homepage und Zahlungssystem
Als Store Anbieter kann man dem Entwickler das Leben erleichtern, in dem man ihm unnötige Arbeiten (Homepageerstellung usw.) abnimmt und z.B. auch ein Zahlungssystem anbietet. Man erstellt eine App und lädt sie hoch. Das wars. Das animiert zur Entwicklung.
Fazit
Alles in allem hat Microsoft eine schöne Chance verschlafen. Es hätte mit einem Windows Store vor langer Zeit eine Win-Win-Situation herstellen können, bei dem die Anwender einen hohen Nutzen gehabt und sowohl Entwickler als auch Microsoft von höheren bzw. zusätzlichen Einnahmen profitieren können.
Ressourcen:
Mehr zu den aktuellen App-Stores findet man bei inside-handy.de.
Einen Überblick über den Apps Markt und die angesprochene bei ZDNet.

4 Comments
Hey, eigentlich ist die Idee prima. Problem dürfte aber meiner Meinung nach der Verwaltungsaufwand sein. Dazu müsste ein großes Team rund um die Uhr eingehende Apps durch forsten und prüfen.
Ausserdem wird es zu Kompatiblitätsproblemen kommen. Immerhin hat jeder Rechner eigene individuelle Anforderungen welche mal schnell nicht ausreichen.
Das ist das “Problem” was man mit den Windowsmaschinen hat…
Beim Mac bzw. iPhoneSystem ist es hingegen so, dass die Angebotenen Komponenten und deren Anforderungen sehr gut bekannt sind.
Es wird also wohl ein Traum bleiben…
mfg
Hi Stefan,
danke für deinen Kommentar. Mag auch mal ganz frech drauf eingehen
Verwaltungsaufwand: Ja, da hast du Recht. Vielleicht hätte man das so lösen können, indem man web2.0-mässig einfach eine “Melden”-Funktion anbieten würde. Da denke ich jedenfalls, dass das zu lösen wäre. Den Verwaltungsaufwand lösen ja andere Anbieter auch und er würde ja auch monitär belohnt werden
Kompatibilität: Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Meinst du das generell wegen den verschiedenen Windows-Betriebssysteme? Wenn ja, dann hätte man da ja einfach Programme in unterschiedlichen Versionen für Win95, Win XP usw. anbieten können. Und das ist ja generell ein Problem, was so oder so herrscht.
Aber nun ist es meiner Meinung nach ja eh zu spät. Vielleicht führt Microsoft ja sowas mit einem kommenden OS ein, mal sehen.
Hi @battlecommand!
Danke für deinen Kommentar. Mag auch mal ganz frech drauf eingehen
Generell vorneweg. Ich gehe auch davon aus, dass der Zug abgefahren ist. du schreibst ja von anderen Portalen und es ist halt so, dass sich da andere Strukturen gebildet haben.
Die Frage, ist aber wie einfach so Portale wie download.com oder Sourceforge für die Allgemeinheit ist. Ich glaub viele betagtere oder nicht so computeraffine Nutzer würden einen Windows App Store eher nutzen und dort einkaufen, als in fremden Portalen nach nützlicher Software zu suchen. Und Fakt ist, dass Apple es mit seinem Store ja geschafft hat, das ganze so hübsch zu lösen, dass man gerne durch das Angebot stöbert.
Zur restriktiven Politik: Ja, da gebe ich dir Recht. Es wäre unschön, wenn ein großer Monopolist bestimmt, welche Apps gehen und welche nicht. Das wäre für mich auch ein Punkt, der aus Nutzersicht gegen so eine Idee spricht. Was aber nicht heißt, das ein Windows App Store aus strategischer Sicht für Microsoft eine gute Idee gewesen wäre.
das Schubladenschaf
Achso. Das habe ich so gar nicht verstanden. Quasi ein Zertifizierter Windows-Store… So “original Windows”… das wäre natürlich gar nicht schlecht. Vor allem für das Vertrauen der User in die Software. Aber ob Microsoft sich sowas ans Bein binden möchte. Im nachhinein war mein geplärre dann doch etwas Laut und deine Idee eigentlich ziemlich Sinnvoll!