Barcamp Hannover: Es begab sich aber zu der Zeit… – Teil 2

Im ersten Beitrag habe ich ja schon ausführlich beschrieben, wie der Freitag und Samstag auf dem Barcamp in Hannover abgelaufen sind. Nun widme ich mich noch dem Sonntag, an dem ich wieder einige spannende Sessions besucht habe.

Sonntag

Barcamp-Howto Tipps und Tricks (@hirnrinde, @zeniscalm)

Hier plauderten die alten Barcamp-Hasen Stefan (Barcamp Ruhr) und Vivian (artcamp und communitycamp) darüber, was man bei der Organisation eines Barcamps beachten muss. Es wurden also Fragen zur Locationsuche, zum Sponsoring, zum Risiko, zur eigenen Motivation und zu der allseits unbeliebten No-Show-Rate beantwortet und diskutiert. Bevor ich hier alles noch einmal aufschreibe, können am Thema Interessierte das 1×1 des Barcamp-Organisierens selbst in den Blogeinträgen von Stefan (Tipps und Ideen für die Organisation) und Vivan (barcamp Organisation – Lektionen aus 2 Jahren) erlesen.

Einführung Javascript-Framework Ext Js (@schubladenschaf)

Ähem, da ich hier eine gewisse Befangenheit nicht leugnen kann, werde ich mich zu der Session nicht äußern. Ich kann nur sagen, dass niemand vorzeitig weggerannt ist und Beamer mit Wackelkontakten doof sind. Nach der überstandenen Session bin ich zudem für einige Stunden mit einem breiten Grinsen umhergelaufen.

Social Media im Startup (@flinc bzw. @unparteiisch)

Bei Flinc geht es um kurzfristige oder kurze Mitfahrgelegenheiten. Das heißt, es ist sehr gut geeignet, um auch auf kurzen Strecken oder spontan Fahrer oder Mitfahrer zu suchen. Eine tolle Idee, ein symphatisches Startup und ein gelungener Vortrag von Philipp, der zudem seine Barcamptaufe hinter sich bringt.

Philipp erzählt, wie Flinc Social Media handhabt bzw. was nach ihrer Erfahrung nach wichtig ist:

  • Früh anfangen mit Social Media! Schon gleich nach dem Start einen Twitter- und Facebookaccount anlegen und über die Idee sprechen, davon berichten, keine Angst vor Ideenklau haben und das Feedback nutzen, um die Idee weiter voran zubringen.
  • Dorthin gehen wo die Nutzer sind! Fans können sich oft verselbstständigen und gewollt oder ungewollt zu Supportern für die Idee werden. Das heißt, sehr zufriedene Fans übernehmen selbst den Support und werden zu Verfechtern des Produkts. Das kann man fördern, in dem man Möglichkeiten der Kommunikation untereinander gibt (z.B. mittels einem Forum) und den Leuten auch wirklich zuhört (z.B. mit Feedback-Tools wie reqorder, getsatisfaction oder Zendisk).
  • Respekt zeigen! Beim Zuhören ist es wichtig, dass man jedes noch kleine Problem oder jedes noch so negative Feedback als Challenge sieht, bei der man den unzufriedenen Nutzer zu einem glücklichen Nutzer macht. In dem Fall spricht man auch vom “Recovery Paradoxum” wenn man einen unzufriedenen Nutzer mit gutem Support zu einem Nutzer macht, der glücklicher ist als zuvor.
  • Bei negativem Feedback hilft es, nicht im Affekt zu handeln. Also nicht sofort kommentieren und Ruhe bewahren!
  • Positives Feedback ist gerade in der Startphase wichtig. Es motiviert und hilft, Durchhänger zu überleben.
  • Bei positiven Erlebnissen ruhig und cool bleiben, Angeber sind im Netz nicht gern gesehen!
  • Seid nett zu Wettbewerbern! Flinc hat mitfahrgelegenheit.de artig zum Geburtstag gratuliert. Diese klickten wiederum auf Gefällt mir. Warum auch nicht? Macht das Leben wohl echt etwas leichter :)
  • Erzählt den Leuten nur die Wahrheit und auch nur Dinge, die man einhalten kann. Eine erneute Verschiebung eines Termins sorgt nur für Unmut und muss daher nicht sein.
  • Spaß haben. Nicht alles so ernst nehmen :)

Planung, Konzeption und Umsetzung von Mobilen Webseiten (@ElliotMonster)

Leif gab in seinem bei Slideshare verfügbaren Vortrag einen guten Überblick über die Entwicklung von mobilen Webseiten. Zunächst muss man sich überlegen, für welche Geräte man entwickelt. Dann muss man sich mit den Eigenheiten der verschiedenen Geräte auseinander setzen. Schließlich bestimmt der kleinste gemeinsame Nenner aller Geräte das Grundgerüst der Anwendung. Schließlich muss die Usability für die kleineren Displays optimiert werden, d.h. Formulare sollten z.B. eine Information beinhalten, dass es sich um eine bestimmte Information handelt. Darüber hinaus müssen natürlich Dinge wie die Ladezeiten und der Einstiegsort des Nutzers beachtet werden, um die Wege für den Nutzer gering zu halten.

Die wunderbare(?) Welt der Offliner (@weltenkreuzer)

Nils redete über die Probleme, Gründe und Ängste, welche die Offliner von der Online-Welt trennen. War ein sehr guter, lebendiger Vortrag, auch wenn ich zum Teil schon nicht mehr ganz anwesend war. Besonders spannend war am Ende die Frage, ob man Offliner überhaupt überzeugen muss? Müssen Mütter bei Facebook sein oder müssen sie Google oder Amazon nutzen?

Fazit

Es begab sich zu einer Zeit am letzten Augustwochenende im Jahre 2011, dass die Organisatoren Nicole (@enypsilon), René (@glembotzky), Tobias (@abotis) nach Hannover eingeladen hatten. Mit der finanziellen Unterstützung der Sponsoren (Dr. Buhmann Schule Hannover, Otto, convisual, Neoskop, flinc, Microsoft, Pure Tea usw.) wurde ein tolles Wochenende organisiert, an denen es uns Onlinern an nix gefehlt hat. Das Catering (belegte Brötchen..u.a. mit Mett!!, Salate, Süsskram, Kaffee, Tee, ClubMate usw.) und der Service des Teams waren 1a-Spitzenkasse, die Location top, die Teilnehmer freundlich und die Sessions spannend. Danke an alle, die mitgeholfen haben!

Und wenn ich höre, dass manche Teilnehmer auf anderen Barcamps die Konsistenz von Spagettisauce bemängeln, sollte man diese höflich daran erinnern, dass man kostenlos zu einem Wochenende fährt, bei dem man dazulernt, Kontakte knüpft und zudem die komplette Verpflegung gestellt wird. Außerdem liegt der Fokus ja auch darauf, andere Online-Leute zu treffen und sich mit diesen über spannende Themen auszutauschen. Wenn man dann wieder heimfährt, kommt es in Fällen auch schon mal zu einem Enzug oder zur sogenannten Post-Barcamp-Depression.

Das Barcamp Hannover wird jedenfalls nicht mein letztes gewesen sein und ich hoffe, dass ich auch 2012 wieder der Einladung nach Hannover folgen kann.

Und die Barcamp-Besucher kehrten wieder um, priesen und lobten die Organisatoren für alles, was sie gehört und gesehen hatten.

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