Barcamp Hannover: Es begab sich aber zu der Zeit… – Teil 1

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Aufruf von Nicole (@enypsilon), René (@glembotzky) und Tobias (@abotis) ausging, dass ein Teil der Netzgemeinde doch zum Barcamp nach Hannover kommen sollte. So kam es, dass viele Netzbewohner, bewaffnet mit allerlei Apple Produkten, in die große Stadt an der Leine gingen. Hier hatten sie zusammen drei schöne Tage – und da ich auch als Zeuge des Geschehens vor Ort war, möchte ich euch von den drei Tagen kund tun.

Freitag

Man nehme viele, viele Freigetränke, eine nette Location mit Ausblick über die Stadt, schüchterne und wenig schüchterne Teilnehmer, durchmische das etwas und heraus kommt eine gelungene Welcome Party. Dem Motto entsprechend wurde man hier freundlich Willkommen gehießen und so konnten die Spiele beginnen.

Samstag

Samstag ging es freundlicherweise erst um 10 Uhr mit der Sessionplanung los. Leider wurde hier zuvor (und das soll auch meine einzige Kritik am Barcamp sein) nicht ausreichend kommuniziert, dass an diesem Morgen ein ausgiebiges Frühstück auf uns hungrige Onliner wartete. So kam es, dass viele Bäuche bereits vor dem Barcamp-Start gefüllt waren. Da es zudem einige angemeldete Teilnehmer nicht nach Hannover geschafft hatten, blieb den Besuchern vor Ort nur eine Möglichkeit: Sie mussten im Laufe des Tages noch viel mehr belegte Brötchen, Croissants und Salate verdrücken als sie es ohnehin getan hätten ;)

Nach der Sessionplanung begannen die Sessions um 11:45 Uhr. Hier nun die Zusammenfassung meiner besuchten Sessions:

Linkaufbau (@tmmd)

Torsten erzählte, wie sich RSS-Feeds aus SEO-Sicht für den Linkaufbau anbieten. Der Feed kann in anderen Seiten eingeparst oder in RSS-Verzeichnissen eingetragen werden – dabei sollte man allerdings den entstehenden Duplicate Content im Auge behalten und daher nur Auszüge verteilen.

Zudem lässt sich mit dem Tool www.ifttt.com (Beta-Phase) das Posten von Beiträgen in verschiedenen Diensten nach If-Bedingungen automatisieren. Dies ist sinnvoll, um nach dem Posten eines Beitrags innerhalb von Minuten dutzende Links zu erzeugen bzw. Freunde und Follower über Neuigkeiten zu informieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Webseite twitterfeed.com , bei der man ebenfalls RSS-Feeds an andere Dienste weiterleiten kann.

Check In counter (mit @birger_h)

Hier habe ich mit Birger zusammen Hunderte von Neuankömmlingen zwei Leute auf dem Barcamp begrüsst. Da also nicht allzu viel zu tun war, habe ich mich mit Birger über Startups und andere Themen unterhalten. Die Stunde ging schnell vorbei und ich war live dabei, als Fotos von Leuten mit Bärten geschossen worden. Vielleicht gab es einige Fotografierte, denen der Anblick so gefallen hat, dass ich genau in der Geburtsstunde dabei war, als sie zu Bartträger geworden sind.

Social Media Marketing Best Practice (@birger_h)

Birger berichtete von seinen Erfahrungen im strategischen Aufbau von Social Media Marketing bei einem Online-Store – dies geschah anhand des Schaubilds “Social Media – strategische Rahmenrichtlinien” von Ross Dawson. Ein spannender Vortrag, unterlegt mit einigen Anekdoten aus dem Alltag. Wichtig fand ich hier den Gedanken, dass Leute im Unternehmen oft erst verstehen müssen, was man tut, bevor sie es nachvollziehen bzw. bewerten können. Am Beginn einer Zusammenarbeit sollte also ein Wissenstransfer stehen, damit Kunden verstehen, was sich wie warum ändert oder warum auch nicht.

Improtheater im Alltag (@barfussprinzess)

Der Vortrag von Ellen hat mich sehr inspiriert, erkenne an der Länge der Gedanken hier. Das zeigt auch, dass es schön ist, wenn auf einem Barcamp Vorträge sind, die nicht unmittelbar etwas mit Nerds, Internet, Datenschutz, Programmierung oder Bloggen zu tun haben:)

Beim Improtheater entsteht eine Geschichte aus der Spontaneität und der gegenseitigen Inspiration der Spieler. Aus der Session nehme ich folgende Erkenntnise mit:

  • Durch das Trainieren von Assoziations- oder Dissoziationsketten wird das Gehirn geschult, zusammenhängende Gedanken zu finden bzw. auch mal über den Tellerrand zu denken.
  • Beim Improtheater gilt der Grundsatz, dass man einfach anfangen muss. Eine Lösung muss nicht 100% sein. Oft entsteht etwas, in dem man anfängt – vielleicht auch gerade deshalb, weil man offen für Verbesserungen ist und man nicht mit einer perfekten Idee einsteigt. Auch dies ist natürlich auf die Realität übertragbar.
  • Dazu passt, dass man lernt, nicht alles zu 100% richtig machen zu müssen. Weil es kommt durchaus vor, dass man sich gerade dann verrennt, wenn man alles unbedingt richtig machen möchte. Beim Brainstorming, beim Erstellen von Konzepten – ja oft sogar beim Leben selbst.
  • Zudem ist eine Idee manchmal besser, wenn sie weniger originell ist. Auch wenn man denkt, andere kommen doch auch auf eine solche einfache, offensichtliche Idee, ist dies oft nicht der Fall. Und komplizierte Gedanken sind oft so, dass sie einen in eine Sackgasse bringen.
  • Steht jemand auf der Bühne, sieht man an der Mimik und der Körperhaltung, ob er eine Hoch- oder Tiefstellung einnimmt. Je nachdem wie viel Raum ein Mensch einnimmt, desto wohler fühlt er sich. Diese Gedanken kann man auch nutzen, um Menschen richtig zu begegnen. Bei einem Choleriker lässt man vielleicht manchmal einfach ein Gewitter über sich entweg ziehen.
  • Wir können sehr gut die Nuancen der Mimik und Körperhaltung erkennen: Beim Spiel “Dies ist mein Raum! erhält jeder verdeckt eine Nummer von 1 bis 10 – ein Spieler muss dann vortreten und je nach Zahl selbstsicher oder eher unsicher behaupten, dass dies sein Raum ist. Andere raten, welche Zahl derjenige vertritt. Überraschend oft erkennen wir die Nuancen so gut, dass wir die genaue Zahl erraten.
  • Bei Problemen lernt man, für einander da zu sein und aufeinander zu achten. So springt man ein, falls der Partner stockt. Man setzt auch einfach dort an, wo der Partner steht und führt dessen Geschichte fort, ohne diese in Frage zu stellen.
  • Eine gute Feedbackmethode ist es, Teilnehmer in einem Kreis zu positionieren. Bei einer Aussage müssen diese dann in den Kreis hinein oder heraustreten. Je nachdem wie nah sie dem Moderator kommen, desto eher stimmen sie einer Aussage zu. Dies vereinfacht Feedback auch deshalb, weil Bewegungen bei Menschen ehrlicher sind als Worte bzw. einfach einfacher fallen.

Paulaner Biergarten (u.a. mit @barfussprinzess @wellenkreuzer @jschwehn @snoopsmaus @unparteiisch )

Session zum Thema, wie wirken sich ein Junggesellenabschied und 30 Chinesen, die abwechselnd “Hannover, Hannover!” schreien, auf die Lautstärkesituation der in der Mitte sitzenden Barcamp Hannover Teilnehmer aus. Kurze Antwort: Nicht gut.

Im zweiten Teil findet ihr Infos zum Sonntag und mein bitterböses Fazit .

Ein Gedanke zu „Barcamp Hannover: Es begab sich aber zu der Zeit… – Teil 1

  1. Pingback: Barcamp Hannover: Es begab sich aber zu der Zeit… – Teil 2 | schubladenschaf

Kommentar verfassen